Freiheit für Donny Ohia!
On: Dezember 27th, 2007
Freiheit für Donny Ohia!
Donny Ohia mußte Nigeria 1997 verlassen, da seine politischen Aktivitäten gegen die transnationalen Ölkonzerne sein Leben in unmittelbare Gefahr brachten. Der Flüchtlingsgemeinschaft und der progressiven deutschen Öffentlichkeit ist er bekannt als Teilnehmer im sechzehntägigen Hungerstreik von Flüchtlingen gegen den G7-Gipfel in Köln im Juli 1999.
Am 6. Juni 2003 wurde Donny Ohia verhaftet und in das Abschiebegefängnis in Rottenburg gebracht. Sofort nach seiner Verhaftung trat er in einen Hungerstreik. In der heutigen Situation, in der die Krise in der Region des Nigerdeltas einen unsäglichen Höhepunkt erreicht hat, bei dem täglich Dutzende Menschen ihr Leben verlieren, versuchen die deutschen Behörden, ihn nach Nigeria abzuschieben. (aktuelles Interview mit Donny, Unterschriftenliste, Faxkampagne und weitere Infos siehe www.humanrights.de)
Seit dem 14. Juni ‘03 fanden jeden Samstag in Rottenburg Mahnwachen vor dem Rathaus statt, bei denen Flugblätter verteilt wurden. Bei anschließenden “Spaziergängen” zur Justizvollzugsanstalt, wo sich als Knast im Knast der Abschiebehaftcontainer befindet, forderten wir (und das sind bei allen Aktionen nicht nur die kmiilies, sondern auch das Bündnis gegen Abschiebehaft und viele andere UnterstützerInnen) neben der sofortigen Freilassung Donnys ein Gespräch mit ihm, das jedesmal abgelehnt wurde. (Bilder auf Indymedia).
Obwohl Donny am Mittwoch, den 25. Juni einen Asylfolgeantrag stellte, weigerte sich das Regierungspräsidium Freiburg, ihn freizulassen! Statt dessen wurde er am Donnerstag in das Gefängnis nach Hohenasperg (bei Ludwigsburg) verlegt, wo er unter massivem psychischen Druck gezwungen wurde, seinen Hungerstreik abzubrechen. Ihm wurde angedroht, ihn unter Drogen zu setzen, wenn er nicht bereit wäre, “freiwillig” wieder Nahrung zu sich zu nehmen! Am Samstag, den 28. Juni wurde deshalb spontan in Hohenasperg demonstriert.
Tags darauf fand in Rottenburg die Demo gegen Abschiebung und Abschiebeknäste statt ( Bilder und Berichte zu den Aktionen auf Indymedia). Nach seinem mehrtägigen Aufenthalt in Hohenasperg wurde Donny am 1. Juli wieder nach Rottenburg verlegt, wo er seinen Hungerstreik wiederaufnahm. Um den Zusammenhang zwischen Donnys Kampf gegen die Ölkonzerne in Nigeria und seinen aktuellen Kampf gegen die Abschiebung und sein Recht auf politisches Asyl in der BRD zu verdeutlichen, machten wir eine Aktion vor einer Shell-Tankstelle und verteilten entsprechende Informationen. Außerdem organisierten wir eine 36-stündige Mahnwache mit Infostand und “Abschiebezelle” im Zentrum von Tübingen.
Seit dem 13. August ist Donny nun endlich draußen! Leider heißt das noch nicht, dass alles überstanden wäre, denn die Entscheidung vom Verwaltungsgericht Freiburg steht noch aus. Das heißt, es ist noch nicht klar, ob ein neues Asylverfahren aufgerollt wird und Donny dauerhaft in Deutschland bleiben kann.
Wir informieren euch jedenfalls über den Verlauf der Dinge auf dieser Seite. Ein Interview mit Donny und weitere Infos findet ihr unter www.humanrights.de).